In meiner Werkstatt haben sich unzählige Schrauben angesammelt, die aber auch regelmässig benötigt werden. Angefangen hat die Sammlung mit den alten kleinen blauen Plastikkistchen mit Deckel, die ich von meinem Vater Heinz geerbt habe. Über die Jahre kamen weitere Kistchen hinzu. Dabei hat es sich herausgestellt, dass es angenehmer ist, wenn die einzelnen Kistchen / Einsätze aus dem Sammler herausnehmbar sind, weil man so viel einfacher an die einzelnen Schrauben heran kommt.
Seit 2 Jahren stehen also die grossen Schwarzen Sammler mit den bunten Einsätzen übereinander im Regal. Die Ordnung hat deutlich zugenommen, aber gemäss Murphy muss man immer an den untersten Sammler heran, so dass die darauf stehenden mit aus dem grossen Ivar-Regal herausgehoben werden müssen. Das ist immer recht hohes Gewicht.
Schon vor ein paar Jahren habe ich für kleinere Sammelkästen (jetzt für Nägel verwendet) ein Schubregal für die Sammeleinsätze gebaut. Leider zu klein und leider aus zu dünnem Sperrholz.
Dieses Mal wird es also richtig gemacht:
Material
Ich habe 4 grosse Platten von Sperrholz mit 6mm Dicke gekauft.
Konstruktion
In Fusion 360 wurde das Regal konstruiert, so dass ich die richtigen Masse ermitteln konnte.
Sägeplan
Weil ich die Bretter mit der Makita Tauchsäge auf dem selbst gebauten SägeTisch zusägen möchte, und dort das Umspannen relativ aufwändig ist, habe ich mir einen Plan mit der Sägereihenfolge erstellt. So kann ich gleich lange Schnitte nacheinander mit dem selben Anschlag durchführen, so dass die Bretter alle gleich lang / breit zugesägt werden.
Diese Vorüberlegungen waren sehr hilfreich und ich konnte mit minimierter Umspannarbeit alle Bretter auf das passende Mass zusägen. FIXME: Bild vom Sägeplan hier einfügen.
Nuten Sägen
Die Böden des Regals sollen in Nuten in den Seitenwänden eingeschoben werden. Auch diese Nuten habe ich mit der Tauchsäge zugeschnitten. Weil das Sägeblatt nur 3 mm breit ist, die Einlegeböden jedoch 6mm dick sind, musste ich für jede Nut 3 Schnitte machen. Um dabei nicht zu oft Umspannen zu müssen, habe ich mir aus Reststücken 3 Hilfsbretter (60mm, 63 mm, 66mm) gesägt, die ich zwischen den Anschlag legen kann.
Auch mit diesen Hilfsbrettern war das Sägen der Nuten ein deutlicher Aufwand. Für die 5 Böden jedes der beiden Regale mussten insgesamt mindestens 30 Schnitte gemacht werden.
Montage
Aus frühreren Erfahrungen mit anderen Projekten wusste ich, dass der rechtwinkelige Aufbau des Regals nicht einfach sein würde.
Die senkrechten Seitenwände müssen irgendwie gehalten werden, dann werden die Böden eingeschoben. Dabei fällt in der Regel immer ein Boden wieder raus, bevor der nächste eingeschoben werden kann. Wackel-Wackel. Professionelles Arbeiten sieht anders aus.
Zwei links angeordnete Stützbretter aus Buchenholz brachten dann Abhilfe, weil sie zumindest die Rechtwinkligkeit der linken Seitenwand sicherstellten. Mit den langen Sauter Korpuszwingen konnte ich diese Stützbretter dann mit den Böden und den Seitenwänden zusammenzwingen.
Mit Einsatz meiner unterschiedlichen Zwingen konnte das erste Regal dann zusammengesetzt werden. Alles lag auf den Sauter-Korpuszwingen, schon praktisch die Dinger. Die seitlichen Stützbretter wurden mit eingespannt, damit sie nicht wegklappten wurden sie zusätzlich an die Korpuszwingen angeklemmt.
Oben konnte ich das Regal mit den bewährten Holzzwingen zusammenhalten.
Und mit Hilfe der Schwarzen Schnellklemmen konnte ich die Böden auf die untere Ablage drücken, dass sie in den teilweise zu grossen Nuten korrekt unten lagen.
Leimen
Nach dem das Regal korrekt und vor allem rechtwinklig zusammengespannt war, konnte ich (nach leichtem Lösen der Klemmkraft) jeden einzelnen Boden vorne herausziehen. In die Nuten links und rechts die richtige Menge Holzleim drücken, mit dem Schraubendreher den Holzleim in der Nutz korrekt verteilen. Und dann den Boden wieder hinein schieben. Leichte Schläge mit dem Hammer halfen, die teils hohen Klemmkräfte zu überwinden. Für jeden Boden musste sichergestellt werden, dass er gleichmässig tief eingeschoben war, zur Korrektur half ein leichter Schlag von hinten. Nach den ersten beiden Böden unten und oben gab es eine Abbindepause bevor die anderen Böden eingeleimt wurden. Das klappte alles recht gut.
Weil sich die Böden bei der längeren Lagerung im Bastelkeller leicht verzogen hatten, nutze ich dort wo notwendig die Schwarzen Schnellklemmen um sie unten in der Nut zu fixieren.
Obwohl ich für das Zusammenleimen relativ wenig Leim verwendet habe, damit davon nicht zu viel aus der Nut herausläuft und weggewischt werden muss, ist es doch sehr erstaunlich, wie gut und stabil das Regal nach dem Leimen ist.
Stabilität
Weil das Regal zusammengeleimt wurde und damit an keiner Stelle Spiel vorhanden ist, sondern alles miteinander fixiert ist, kann ich auf eine diagonal-versteifende Rückseite verzichten. Ein nur zusammengestecktes Regal würde in sich wackeln wie ein Ivar-Regal von Ikea. Bei dieser geleimten Variante bilden die Seitenwände mit den eingeleimten Böden ein solides Gestell.
Die Schraubenkästen sind je nach Beladung teilweise recht schwer und können sich theoretisch durchbiegen. Ich überlege daher noch, hinten an der Rückseite die abgesägten Reststücke der Seitenwände (die auch bereits die gesägten Nuten aufweisen) als Versteifungen mit einzuleimen. Aber das bleibt vorerst nur eine Idee, ich möchte erst schauen, wie stabil die Regale ohne diese Versteifungen sind.
Zweites Regal
Nach dem das erste Regal komplett rechtwinklig verleimt war, konnte ich es als Stütze für das zweite Regal verwenden. Die linke Seitenwand vom zweiten Regal wurde daher einfach an die rechte Seitenwand vom ersten Regal geklemmt. Damit kamen wieder mal die kleinen Klemmen zum Einsatz. Aufgrund der fehlenden Höhe bis zum untersten Boden konnte dieses Mal das Regal nicht AUF den Sauter-Korpuszwingen geleimt werden, sondern diese mussten liegend eingesetzt werden, was die Hebelwirkung unten nochmals verstärkte. Aber das ist Klagen auf hohem Niveau.
